Schwerdt entnervt seine alten Kumpels
Handball-Rheinlandliga: Bad Ems/Bannberscheid gewinnt erneut beim Titelkandidaten TV Bitburg
Bitburg. Wie schon im Vorjahr hat die HSG Bad Ems/Bannberscheid dem ambitionierten heimstarken TV Bitburg in dessen „Wohnzimmer“ übel mitgespielt. Beim überraschenden 30:29 (16:16)-Erfolg sorgten die Kombinierten aus der Kurstadt und dem Westerwald-Dorf in der Eifel abermals für ganz lange Gesichter und wahrscheinlich auch für das vorzeitige Ende der Bitburger Titelträume. Zudem gelang die Revanche für die bittere 23:33-Pleite im ersten Kräftemessen dieser Saison.
Egal, was die Bitburger in der Abwehr auch anstellten: Sie bekamen selten Zugriff auf den Rückraum der Schützlinge von Hanjo Neeb. Der hatte seine Deckungsspezialisten auf eine 6:0-Formation des früheren Oberligisten eingestellt. „Wir haben sie schön bespielt und sind konsequent auf ihre Schwachstellen drauf“, ging das Konzept des erfahrenen Übungsleiters voll auf. „Es ist uns gelungen, den Bitburger Innenblock auszuschalten und auch aus der Tiefe über Eins-gegen-Eins-Situationen zum Durchbruch zu kommen“, freute sich der Bad Marienberger darüber, dass es bei seiner Mannschaft wie am Schnürchen lief.
Besonders den für gewöhnlich nicht nur wurfgewaltigen, sondern in der Regel auch treffsicheren Florian Enders hielten Maximilian Baldus und Co. gekonnt in Schach und zwangen ihn zu Würfen, die insgesamt wenig Schaden anrichteten. Zugute kam den Gästen zudem, dass mit Dennis Schwerdt ein langjähriger Bitburger mittlerweile zwischen ihren Pfosten steht, der natürlich die Wurfbilder seiner ehemaligen Mitspieler verinnerlicht hat und daher haargenau weiß, in welche Ecke sie die harzige Kugel bevorzugt werfen. Schwerdt zog den Gastgebern mit tollen Paraden den Zahn. Diese waren zwischendurch derart entnervt, dass sie sich teils nicht mehr zum Abschluss aus der zweiten Reihe trauten.
Die HSG lag zunächst knapp in Führung. Bitburgs Umstellung auf eine offensivere 3:2:1-Abwehr streute vorübergehend etwas Sand ins Getriebe der Gäste. „Wir benötigten etwas Zeit, um uns darauf einzustellen. Doch dann haben wir viele Übergänge gespielt und die sich bietenden Räume besser genutzt“, so Neeb, der auch viel rotierte und seinen Spielern Zeit zum Durchschnaufen gewährte, was sich in der entscheidenden Phase auszahlte. „Handball ist ja oft 50 Minuten Geplänkel. Man muss in Schlagdistanz bleiben, um in der Schlussphase alle Chancen zu besitzen. Wir hatten am Ende auch physisch die besseren Karten.“
Auch vom zwischenzeitlichen Drei-Tore-Rückstand ließ sich das HSG-Ensemble nicht aus der Bahn werfen und aus der Ruhe bringen. „Uns sind deutlich weniger technische Fehler als in Urmitz oder Kleinich unterlaufen. Die Mannschaft hat die ausgegebene Marschroute konsequent befolgt. Das hat mir besonders gut gefallen“, freute sich Neeb diebisch über die taktische Disziplin und auch die tolle Stimmung unter seinen Jungs, die selbst auf der Bank jede gelungene Aktion in Abwehr und Angriff feierten wie einen Sieg. Stefan Nink
TV Bitburg – HSG Bad Ems/Bannberscheid 29:30 (16:16)
Bitburg: Reich, Otte – Engel (4), Guldenkirch (1), Walerius (3), Straub (3), Steinbach (2), Enders (5/1), Kaufmann (1), Rehm, Lauer (9/2), Crames, Nelles (1).
Bad Ems/Bannberscheid: Schwerdt, T. Schaust – M. Baldus (1), F. Schaust (1), J. Berges (1), Hering (1), Heinz (2/1), Reuter (1), A. Berges (2/1), Orth (5), Hrobarsch (1), Boinski (2), Schmitz (2), Herz (3).
Schiedsrichter: Siegfried Garbe/ Steffen (SK Prüm/TuS Daun).
Zuschauer: 150. – Zeitstrafen: 1:3 – Siebenmeter: 4/3:3/2
Spielfilm: 2:4 (9.), 6:8 (17.), 9:11 (20.), 11:13 (23.), 15:13 (27.), 16:16 (30.) – 19:16 (36.), 20:19 (41.), 22:22 (44.), 24:25 (50.), 26:28 (58.), 29:30 (60.).
Nächste Aufgabe für die HSG: am Sonntag, 1. März, 17 Uhr, in Wirges gegen die Turnerschaft Bendorf.






