HSV bringt im Spitzenspiel die Andernacher Realschulhalle zum Beben
Rhein-Nette schlägt die HSG Hunsrück knapp aber verdient mit 31:30 (14:18)
Gästetrainer Jochen Tatsch mutmaßte bereits vor der Partie in Andernach, dass dies das wohl schwerste Auswärtsspiel für sein Team sein werde – und er sollte recht behalten. Dabei lief in der gut besuchten Realschulhalle zunächst alles im Sinn der Gäste, sie dominierten eindeutig die erste Halbzeit. Die Andernacher Abwehr bekam kaum einmal richtigen Zugriff auf den Gegner, der dadurch mit seinem schnellen Kombinationsspiel zu teilweise sehenswerten Toren kam und auch seine körperlichen (Größen)Vorteile konsequent ausnutzte. Als mit 14:18 die Seiten gewechselt wurden, glaubten nur noch relativ wenige Andernacher Anhänger, dass der Abend für sie ein positives Ende nehmen würde.
Offensichtlich hatte HSV-Coach Hermann-Josef Häring in der Pause jedoch die richtigen Worte gefunden, denn zum zweiten Spielabschnitt kam ein völlig verwandeltes HSV-Team aufs Feld. Zum einen gab der ins Tor gewechselte Mohamed Ben Wafi seinen Mitspielern neuen Rückhalt und stellte die gegnerischen Angreifer vor zum Teil nicht lösbare Probleme. Außerdem agierten die Gastgeber in einer offensiveren 5-1-Abwehrformation mit Dominik Reimer als vorgezogenem Abwehrspieler wesentlich aggressiver und nahmen auch damit der HSG etwas den Wind aus den Segeln. In der Offensive ließ man sich durch den Rückstand nicht aus der Ruhe bringen, trug im Gegenteil die Angriffe durchdacht und konsequent erfolgreich zu Ende und konnte so den Rückstand Tor um Tor verkürzen. In der 46. Minute ging die HSV erstmals in Führung, konnte aber in der Folge nicht mehr als ein Tor Vorsprung herausspielen. 29 Sekunden vor Schluss führte man 30:29 und Coach Häring nahm sofort die Auszeit. Da man eine offene Manndeckung des Gegners erwartete, stellte er sein Team auf diese Variante ein. Der pfeilschnelle Yannik Mehlem gab seinem Gegenspieler auf der rechten Außenbahn das Nachsehen, spielte am Kreis Fabian Exenberger an, der dann nervenstark unter dem ohrenbetäubenden Jubel der Fans den entscheidenden Treffer setzte.
Trainer Häring gab nach Spielschluss ihm zugedachte Komplimente postwendend an die Mannschaft weiter: „Das Lob gebührt heute ausnahmslos dem Team. Die Jungs haben sich mit einer bewundernswerten Moral und einer geschlossenen Mannschaftsleistung selbst aus dem Schlamassel der ersten Halbzeit herausgespielt und absolut verdient gewonnen.“
Für die HSV spielten: Daniel Skerlak, Mohamed Ben Wafi; Franz Bieg, Frederick Daun, Fabian Exenberger (4), Yannik Kessels (4/3), Philipp Klein (2), Jannik Lenz (9/1), Yannik Mehlem (2), Jasmin Music, Dominik Reimer (6), Kevin Scholl (4).






